HMK PA1205, bitte um Hilfe

FrankT
Hallo,

hab nach langer Zeit mal wieder einen PA1205 zur Reparatur.
Soweit ist der wieder funktionsfähig, allerdings gibt es ein paar Fehlfunktionen, welche ich kurz beschreiben will.
Der PA1205 läst sich normal einschalten und führt dann den Titelsuchlauf durch. Im Display wird dann P oder S, sowie die Anzahl der Titel angezeigt. Sobald Taste "Start" gedrückt wird geht der PA1205 aus. Er verhält sich genau so, wie wenn "Stop" gedrückt wird. Auf dem Display wird schneller Rücklauf und H angezeigt.
Selbst, wenn eine Titelprogrammierung vorgenommen wird und die mit "Start" beendet wird, schaltet sich der PA wie oben beschrieben aus.
Den Abspielmodus erreicht man mit mehrmaliger Betätigung der Taste
"Repeat". Wenn während des Abspielvorgangs Taste "33" gedrückt wird, hebt der Tonarm ab und die LED "Repeat" leuchtet. Durch Drücken von Taste "Start" fährt der Tonarm wieder in Ruhestellung und der PA geht aus. Wenn "45" gedrückt wird, dreht der Plattenteller auch schneller.
Grundsätzlich läst sich der Abspielbetrieb durch die Taste "Start" nicht
starten. Die Funktionen Abheben, Absenken, langsamer und schneller Vorlauf funktionieren.

Habt Ihr eine Idee, wonach ich schauen sollte? Die Flachbandkabel an den Leiterplatten hinter der Frontblende habe ich auch nachgelötet. Dort sind auch keine Verbindungen zwischen den Lötstellen, die nicht sein sollen erkennbar.

Viele Grüße aus Erfurt
Frank
Gertl
Hallo Frank,

prüfe mal was an Pin P21 der CPU anliegt bevor und wenn du Start drückst.
Und was an Pin P22 anliegt bevor und wenn du start drückst.
P21 sollter der "Starteingang" der CPU sein, P22 der Stop.

EFG
Grützi
Hallo Frank,
wie Gertl schon andeutet, wenn an der Verkabelung alles ok ist, deutet es leider auf einen defekten Prozessor.
LG Hartmut
paulotto
warum defekter Prozessor? Er tut doch so einiges. Da, soviel ich weiß, dort kein maskenprogrammierter µP drinnen ist, sondern ein ROM-loser mit EPROM , würde ich eher mal auf einen vergeßlichen EPROM tippen oder z.B. auf schlechte Kontaktgabe dieser Zusatz-LP in der Fassung. Die EPROMs sind mittlerweile mehr als 20 Jahre alt. Die waren nur auf 10 Jahre Datenerhalt spezifiziert. Es ist bei einigen schon ein Wunder, daß die noch gehen. Ich habe z.B. einen Logikanalysator, der 24 EPROMs enthält. Bei dem waren auch schon 5 dabei, bei denen die CRC-Summe nicht mehr stimmte und demzufolge die Funktion nicht mehr in allen Teilen gegeben war. Ich konnte durch Tricks aber noch alle Daten retten und habe alle 24 EPROMs überprommiert. Nun läuft das Teil wieder. Bei vielen werden in den nächsten Jahren die PA1205 und andere mit EPROMs bestückten Geräte so nach und nach ihren Dienst versagen...
Hoffentlich sind alle Daten gesichert. Dann kann man den EPROM einfach mal so neu überprogrammieren und er sollte es dann die nächsten 10 Jahre wieder tun.

Gruß,

Klaus
Gertl
Hallo Klaus,

hast du deinen Logicanalysator in der Sonne betrieben?
Normalserweise ist dieser NOR-Flash der hier zum Einsatz kommt nicht vergesslich. Oder hast du Quellen die den Datenerhalt auf 10 Jahre, wie du schreibst, dimensioniert?

EFG
andy62
Hallo Christian,
die EPROMS vergessen wirklich ihren Inhalt. Ich hatte auch schon solche Fälle.
Einzelne Bits im sind dann rückgesetzt, und dann stimmt logischerweise der ganze Befehl oder die Adresse nicht mehr.
Also bei allen Geräten die EPROMS haben schön Datensicherung betrreiben.

@Klaus
hast du etwa auch noch so einen ungarischen Logikanalysator in der Größe eines K1520?
Grüße Andy
Gertl
Hallo Andy,

das ist schon richtig. Typische Werte sind hier 20 Jahre. Das hängt aber eben von noch weiteren vielen Faktoren ab. ZB. Zeit des Bausteins unter Betriebsbedingungen, Temperaturprofile während des Betriebs und der Lagerung.

Dieses Verhalten von EPROMS wird übrigens Retention genannt.

EFG
dhlukki
Hallo Leute


Wie soll man den als ungeübter und Laie eine Datensicherung des EPROMS vornehmen verwirrt


Das sind ja wieder gute Aussichten für die nächste Zeit. Da wir nun auch an die 20 Jahre ran sind, ist wohl demnächst großes Sterben angesagt ?


gruß detlef
fritze67
Hallo Detlef,

bleib mal ganz ruhig. Ich nehme das mal für die MSH-Region in die Hand.

Edit: Hat jemand die Hefte 6 & 7 / 1991 vom FA zur Hand?

Ronald
Grützi
Hallo Klaus,
es scheint der Port an Pin 21 defekt zu sein. Alles andere geht, daher schließe ich den Eprom aus. Ansonsten habe ich "neue" V5 hier.
LG hartmut
Steffen
Hallo Frank,

wenn nicht EPROM, dann prüf mal, ob nicht eines der sinnig konstruierten starren Kabel von der Steuerlogik zur Frontblende abgebrochen ist und evtl. irgendwo anders anliegt. Desweiteren kommen die sog. "Unterbrecherdioden" auf der Steuerlogik in Frage. Wenn hier SY 360 verbaut sind, ist eigentlich alles gut, bei den anderen würde ich Dir empfehlen, die ALLE durchzumessen.

@all: EPROMS sind kein Problem, habe Programmversion 5 und 3 da, also keine Panik bekommen Augenzwinkern

Steffen
paulotto
das mit den EPROMs war nur mal so als Hinweis. Bei den PAs weiß ich, daß die gesichert sind und jederzeit neu gebrannt werden können. Es sind aber noch andere Geräte im Umlauf, die ich nicht alle kenne und auch nicht weiß, ob da jemals die Daten gerettet wurden. Ich erinnere da nur an Cubus, Dialog und vielleicht noch andere. Manchmal sind da auch EPROMs versteckt und evtl. auch fest verlötet, wo noch keiner eine Datensicherung betrieben hat. Und wenn die Daten erst mal weg sind, kann man da leider selten was rekonstruieren. Ich erinnere nur mal z.B. an die Spielautomaten Polyplay oder die Zähler G2001.500 und das entsprechende Multimeter. Im Zähler z.B. sind auch EPROMs in Form von plasteverkappten fensterlosen OTPs drinnen, die fest auf der LP verlötet sind. Und bisher kenne ich keinen, der die Daten hat...
Ich werde mich in nächster Zeit mal dabeimachen, diese Daten zu sichern.
Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß ich selber auch die Daten vom EPROM meines DAAS für die Staßfurter TV-Geräte nicht ausgelesen habe... (ich habe aber die originalen Quellen und kann sie so jederzeit neu übersetzen).

@Hartmut:
Bei P21 kannst Du mal einen Oszi anklemmen. Wenn Du dann die Starttaste drückst, sollten da dann positive Nadeln zu sehen sein. Auch bei Betätigen der Prog-Taste und "Rep" müßen da Nadeln zu sehen sein. Die VD4270 kann normalerweise nicht hin sein, wie Steffen schrieb, weil dann auch Stop und ">" nicht gehen dürften. Was ist mit dem Taster selbst? Die gehen manchmal auch nicht mehr. Hast Du die F200 dran oder testet Du den PA separat? Geht er vielleicht mit der F200?

@Andreas:
nö, #nen ungarischen habe ich nicht, nur den MC80LA. Der ist aber mit einem 2. Betriebssystem ausgerüstet, das scheinbar niemand anderes mehr hat...

Gruß,

Klaus
Gertl
Hallo Klaus,

da ich meinen Zähler G2001.500 letztlich erst repariert habe, würde mich interessieren welcher der Schaltkreise ein EPROM sein soll. Ich habe da keinen gesehen. Da ist auch kein IC mit mehr als 14 Beinen drin.

EFG
FrankT
Hallo,

vielen Dank für Euere Antworten.

Hab folgendes probiert, allerdings ohne Erfolg
Steckverbinder 4860 bis 4920 gelöst. Kontakt 4890 und 4920 gebrückt.
Abschaltung des PA, obwohl damit Start ausgelöst wurde.
Damit kann ich ausschliessen, dass irgendwelche Verbindungen zwischen
Leiterzügen o.ä. auf den Leiterplatten hinter der Frontblende bestehen.
VD 4240 bis 4270 SAY17 laut Ohmmeter iO. Alle gleiche Widerstandswerte.
Folgende Spannungen an UC8820 PIN 21 Plattenspieler iB: 1,2V
Kurzzeitig bei Drücken Taste Start: 1,8V
Kurzzeitig bei Drücken Taste Stop: 2,08V

PIN 22 Plattenspieler iB: 2,7V
bei Drücken Taste Stop: 0V
Alle Spannungen gemessen gegen Uss am UC8820.
Anbei zugehörige Oszillogramme:
Bild 1 und 2 PIN 22 bei Plattenspieler iB. und Drücken Taste Stop
Bild 3 und 5 PIN 21 bei Plattenspieler iB. und Drücken Taste Start

Ich kann damit irgendwie nichts anfangen.
Folgendes hab ich festgestellt: Widerstand R4840 21,2kOhm, R4870 und R4880 jeweils 10,3kOhm. Keine Änderung der Widerstandswerte beim Drücken von Tasten.
Allerdings machen mich schon die unterschiedlichen Widerstandswerte stutzig, lt. Schaltplan 22k. Aber wer weiss, was da noch parallel geschaltet ist. Könnte eine, ich nenns mal Signalverirrung dadurch entstehen?
Ich hab noch was probiert:
- Eingeschaltet und Titelsuchlauf abgewartet
- Taste Prog gedrückt und Titel, sowie Speicherplatz programmiert
- Step gedrückt, Platte wird am Anfang abgetastet
- Step gedrückt, Prog LED geht an (dies konnte ich mehrmals simulieren)
- Step gedrückt, Prog LED bleibt aus, Tonarm wechselt zum nächsten Titel und spielt ab
Sobald ich Start drücke, fährt der Tonarm in Ruheposition und der PA geht aus.
Komisch ist auch, dass mit Drücken auf Step die Prog LED angeht, auf dem Display1 1 angezeigt wird, und dann geht nach mehrmaligem Drücken auf Setp auf einmal die Stepfunktion mit Anzeige ] _ A.
Hat das EPROM einen Gedächtnisverlust?
Der PA1205 soll von mir zum PA 2205 umgebaut werden, aber erstmal müssen die Grundfunktionen funktionieren. Ist also nicht am F200 dran.


Aber Euch erstmal einen guten Rutsch ins 2011.

Viele Grüße aus Erfurt
Frank
paulotto
Zitat:
Original von Gertl
Hallo Klaus,

da ich meinen Zähler G2001.500 letztlich erst repariert habe, würde mich interessieren welcher der Schaltkreise ein EPROM sein soll. Ich habe da keinen gesehen. Da ist auch kein IC mit mehr als 14 Beinen drin.

EFG


Sorry, ich meinte G2005.500...

Gruß,

Klaus
babelalala
Hi alle,

gibt es zu dieser Problematik schon eine Lösung?

MfG

babelalala
Grützi
Hallo,
mal eine Frage am Rand, kann man für einen defekten B315Dd auch einen B360Dd einbauen? Sind die Pinkompatipel?
LG Hartmut
fritze67
Laut "blauem Wunder" sind si pinkompatibel. Die 15 bzw. 60 stehen für die zulässige Uce.

Ronald
Grützi
Danke Ronald! großes Grinsen
Matthias
Hallo Frank,

hast Du das Problem mit dem 1205 gelöst?
Ich habe zwar noch nie einen 1205 von innen gesehen, aber diese unerklärliche Verhalten kommt mir aus meiner Zeit mit digitalen Schaltungen aus DDR-Zeiten bekannt vor. Diese Bausteinen waren verglichen mit heutigen sehr stromintensiv. Wurde ein Befehl gestartet, bei dem viele Gatter zeitgleich umschalteten sackte die Betriebsspannung kurzzeitig am IC zusammen und es kam zu solchen Fehlfunktionen. Deshalb musste immer nahe an solchen IC ein Stützkondensator gesetzt werden (10 bis 100 nF). War dieser defekt oder hatte eine kalte Lötstelle traten solche Effekte auf. Mit statischen Messen der Betriebsspannung oder Oszillographieren der Signale konnte man solche Fehler nicht lokalisieren.

Tschüss, Matthias