schulle
Hallo Leute,
nun habe ich men 2. Röhrenradio restauriert. Aber diesmal ging es nicht so gut wie beim 8E158. Kurz nach dem EInschalten hatte ich einen schwachen Empfang auf UKW, war aber nach kurzer Zeit weg. Im Lautsprecher ist nur leichtes Knistern zu hören.
Alle Kondensatoren wurden getauscht, Spannungen gemessen. Die Spannungen liegen etwas über den Angaben im Schaltplan (ca. 5 - 10V). Weiterhin fehlt die 110V Anodenspannung (die Zweite Anode, im Abstimmbereich / Schaltwalze) an der ECH 81. Dummerweise ist der Schaltmechanismus per Plastiknase mit dem Chassis verschmolzen.
Und da ich jetzt nicht genau weiß, wo ich anfangen soll zu suchen, frag ich lieber nach...
Achja, die Spulen (Kerne) haben Durchgang.
Danke im Voraus,
Karsten
moritz
Hallo Karsten,
such mal bei der Schaltwalze.
Da ist zwischen den Ebenen ein Widerstand versteckt, der in der Anodenleitung hängt.
Dieser Widerstand ist mit einem Schlauch überzogen und schlecht zu erkennen,bzw zu messen.
Bei meinem Potsdam war das die Ursache für genau den Fehler,den Du beschreibst, das Ding hatte einen Kappenfehler und ging mal und mal nicht.
Ich habe das Ding nach ca 30 min raus gehabt und danach mit längeren Drähten daneben einen neuen Widerling eingebaut.
Schau mal in den Schaltplan und verfolge den Anodenpfad der ECH81da findest Du Ihn auch .
Wenn die Spannungen höher als im SP sind, mag das daran liegen,das die Netzspannung auch keine 220V sondern ca. 230 V beträgt....(oder höher)
Schalt das Gerät einfach auf 240 V.
Du kannst ja mal fliegend einen passenden Widerstand von der Lötleiste zum Filter drüberlöten und dann die Anodenspannung an der ECH messen....wenn das geht, ist der besagte Widerling mit sicherheit platt.
Viel Erfolg, Moritz.
schulle
Hallo Moritz,
danke erstmal für den Tip. Ja, den blauen Schlauch habe ich auch schon entdeckt gehabt, und gehofft, da liegt nicht der Fehler. Aber wie du sagst, scheint das ja das Problem zu sein. Demzufolge müsste es R10 30k sein. Richtig?
Dann auf zum fröhlichen "Fummeln"!
Danke!
moritz
Hi Karsten,
Nee, Du irrst R10 ist der Gitter R.
Es war R11, auch mit 30 KOhm.
Und wie Du schreibst, ist der auch bei meinem Radio in einem blauen Stück Schlauch versteckt gewesen....
Ich hab mir für den Lötkolben eine etwas längere Lötspitze aus Kupferdraht angefertigt und da etwas Silikonschlauch drübergezogen, um nicht gleich Alles zu verbrennen.
Es ist ein eindloses Gefummel aber nu isser neu.
Moritz.
Dietmar-Klaus
Hallo ihr beiden
| Zitat: |
| Kurz nach dem EInschalten hatte ich einen schwachen Empfang auf UKW |
| Zitat: |
| such mal bei der Schaltwalze.Da ist zwischen den Ebenen ein Widerstand versteckt, der in der Anodenleitung hängt. |
| Zitat: |
| Es war R11, auch mit 30 KOhm. |
Der Widerstand R11 hat absolut nichts mit UKW zu tun , er ist für den AM Oszillator der Triode der ECH 81 . Steht der Wellenschalter auf UKW ist die
Anode der Triode der ECH 81 spannungslos.
Hallo Schulle, wenn du ein externes Gerät (Kassettenrekorder , Brummfinger o.Ä ) an die TA Buchse in Stellung TA anschließt , kommt den da der Ton ?
MfG. Dietmar
schulle
Hallo,
ich habe in Stellung MW germessen, wie angegeben.
Und ja bei TA ist Ton da. Was kanns nu sein?
Dietmar-Klaus
Hallo Schulle
Wie sieht der Wellenschalter bzw. deren Kontakte aus schön schwarz ?
MfG. Dietmar
schulle
Ja, schwarz ist so einiges. Habs mal mit etwas original Kontaktspray versucht... Hat aber nix gebracht. Kein Empfang bzw. Ton auf allen Wellen.
Dietmar-Klaus
Hallo Schulle
Ein paar mal den Wellenschalter drehen und hinterher die Kontaktspraysoße mit Spiritus auswaschen und trocknen lassen.
Den von Moritz beschriebenen Widerstand R11 hast du gefunden ?
Steht denn an beiden Enden keine Spannung ?
Wenn ja ist irgendwo ein Draht ab,da ja sonst die Anode der Heptode der ECH 81 auch keine Spannung haben.
Wie sind die Spannungen an der EF 89 ?
MfG. Dietmar
schulle
Hallo Dietmar,
den Wellenschalter habe ich gedreht und gereinigt. Ich habe auch den 30KOhm Widerstand gefunden. An einem Kontakt lagen ca. 230V an, die andere Seite war nix. Habe den Widerstand gemessen - er war wirklich defekt. Als ich dann das Ding endlich rausgepult hatte, hab ich an seiner Stelle 2 Kabel angelötet und den neuen Widerstand eingebaut (Provisorium aus normalen Widerständen weil ich keinen 1W 30KOhm da hatte).
An der ECH 81 liegen nun aber bei Stellung MW nicht 110V an sondern 200! Was hab ich falsch gemacht? Reicht die Leistung des Provisoriums nicht aus?
Na jedenfalls geht UKW gaanz leise wieder, etwas verzerrt. Kann da evtl. eine Röhre dran Schuld sein?
Die Spannungen an der EF 89 sind in Ordnung, wie auch die an den anderen Röhren.
Lege ich ein Signal an TA gehts ganz gut.
Kann der Fehler wirklich nur an dem blöden Wellenschalter liegen? Es ist ja auch im eingebauten Zustand fast nicht möglich die Anschlußstellen der Kabel richtig zu sehen.
Bin frustriert und habe die ganze Sache erstmal zur Seite gelegt.
Dietmar-Klaus
Hallo Schulle
Falsch hast du keineswegs etwas gemacht, wie schon Moritz schrieb, der 33 K
1 W Widerstand (R11) ist gerne mal defekt gewesen und das nicht nur beim Potsdam.
Die 200 Volt schaden erst mal nicht , ich denke mal, zuerst UKW zum laufen zu bringen, vorallem weil du da schon was hörst.
Du schriebst,du hast alle Kondensatoren getauscht auch den Ratioelko C 44
( steht zwar 4µF ,geht aber auch 4,7 µF ) an der EABC 80 gewechselt ?
Dabei aufpassen, der Pluspol des Elkos geht an Masse Chassis.
MfG. Dietmar
HolgerHa
Hallo Schulle,
wenn UKW nur schwach geht, würde ich erstmal auf die ECC85 tippen.
Die altert ziemlich schnell.
Aber wenn das nicht sofort zum Erfolg führt, ist dann systematische Fehlersuche gefragt.
Du schreibst ja, daß Du alle Spannungen gemessen hast und alles etwa bei +/- 10% liegt (eher bei +10%).
Damit ist Gleichspannung in Ordnung.
Was ist mit Wechselspannung?
Hier widerspreche ich meinem Vorredner - ich habe noch garnicht gelesen, wie der Zustand der AM-Bereiche ist. Nur weil UKW geht, sollte man nicht unsystematisch werden.
Der Grund: man hält die Zahl der möglichen Fehlerquellen so klein wie möglich, vor allem wenn man keinen Meßgenerator hat (hast Du einen? In diesem Fall einfach 468kHz auf G1 der ZF-Röhre, dann auf G1 der ECH-Heptode; 10nF Koppel-C nicht vergessen, danach das gleiche mit 10,7MHz).
Sonst bleibt tatsächlich nichts anderes als jeden Kontakt zu reinigen und zu prüfen, Kondensatoren, die nach Masse gehen (so 4..10nF-Typen) probeweise mit einem anderen C überbrücken ...
Wenn der AM-Teil geht, hast Du schon gute Chancen, daß auch die FM-ZF geht und es nur noch am UKW-Tuner oder am Ratiodetektor liegt.
Wobei der Tuner Vorrang hat - auch bei defektem Ratio-Elko hört man noch was, wenn auch verzerrt.
Natürlich kann auch noch ein Kondensator/Spule in den 10,7MHz-Filtern hin sein, daß ist aber eher selten.
Also berichte mal, was MW macht (solange es da noch Sender gibt

)
Viel Erfolg
HH
schulle
Hallo Dietmar, hallo Holger.
Danke erstmal für die Hilfe.Ich muß mir jetzt erstmal einen Plan machen, wie ich weiter vorgehe.
Den Elko C44 habe ich auch erneuert, hab mich auch gewundert warum + an Masse liegt. Habs aber so gemacht.
Also, die AM Bereiche gehen auch nicht, nur Knistern. UKW ganz leise.
Einen Frequenzgenerator hat ein Freund von mir. Da könnte es ja mal angehen tiefer in die Materie eizutauchen.

Hab mich in puncto "Potsdam K" etwas überschätzt. Jedenfalls hab ich ja schon mal alle Teeries ausgetauscht - ein Anfang. Ich werd mich dann wieder ab Montag damit beschäftigen, morgen gehts nochmal schnell an die Ostsee.
Danke euch nochmal.
HolgerHa
Also dann, fang mal mit dem Umschalter an, der die NF vom AM- und FM-Demodulator umschaltet.
Denn kannst Du leicht mit der "Brummprobe" (Finger am Schraubenzieher am Kontakt) testen.
(Sorry, ich hab den Plan vom Potsdam grade nicht vorliegen, Du findest das aber sicher)
Gruss
HH
schulle
Hallo!
Heut nachmittag, werd ich mich mal wieder der Problematik zuwenden. Hab die Röhren grad in meinem 8E158 getestet, alles i.O.
Nur mir macht die Darstellung des Schalters auf dem Schaltplan (aus dem Raupenhaus) zu schaffen, da seh ich nicht durch was wo und wie geschaltet wird... Kann mir da evtl. jemand bitte behilflich sein? Sorry, aber ich bin doch noch neu in der Röhrenmaterie.
Vielen Dank erstmal,
Karsten
HolgerHa
Hallo schulle,
ist eigentlich recht einfach - obwohl ich jetzt auch teilweise raten muss.
(Plausibilität des gesagten solltest Du am Objekt selbst überprüfen...)
Also der Schalter hat Elemente, die mehrere Kontakte auf einer Seite untereinander und mit jeweils einem Kontakt auf der anderen Seite verbinden.
Das sind die fetten "L"s.
Dann gibt es noch einfache Elemente, die einen Kontakt auf einer Seite mit einem Kontakt auf der anderen Seite verbinden.
Das sind die fetten "-".
Alle zusammen bewegen sich synchron miteinander von oben nach unten (oder umgekehrt...) wenn Du am Schalter drehst.
Gezeichnet ist Schalterstellung UKW; von oben nach unten ist die Reihenfolge:
(M-L kann auch L-M sein, das überprüfst Du am besten am Aufdruck des Schalters)
Im Übrigen gibt es in der Serviceanleitung einen Hinweis, wie man die Kunststoff-Verschweissungen entfernen und durch M3-Schrauben ersetzen kann. So kannst Du den Schalter ausbauen, gründlich reinigen und justieren und wieder einbauen.
Gruss
HH
schulle
Danke erstmal für den Hinweis, Holger!
Ich hatte noch einen alten Schaltplan ohne weitere Informationen, aber dank Raupenhaus bin ich nun schlauer. Ich dachte immer, die gezeichnete Schalterstellung bezieht sich auf MW - wie die Angaben am Ende des Schaltplans, dort steht
alle gemessenen Werte in Stellung MW.
Da aber die gezeichnete Schalterstellung sich auf UKW bezieht verstehe ich das nun auch.
Weil es nun doch die wahrscheinlich beste Lösung ist, den Schalter auszubauen um ihn gründlich zu überprüfen, werde ich das dann auch machen, um erstmal diese Fehlerquelle ausschließen zu können.
Danke nochmal.
edit: achja, die EM 80 zeigt auch nichts an, d.h. es leuchtet nur ein schmaler Streifen in der Mitte. Kann ja wahrscheilich auch nicht, wenn der Schalter nicht geht....
Dietmar-Klaus
Hallo Karsten
Über der EM 80 liegt ein Widerstand R14 ( 500 Kohm ).
Wenn die Anzeige an der EM 80 nicht geht ,war der gerne mal kaputt.
Wenn du viel mit Röhrenradios zu tun hast, würde ich dir vorschlagen mal ein Oszillographen (Z.B. EO 174 ) anzuschaffen.
Damit siehst du,ob der Oszillator auf AM (ECH81) schwingt,kannst die ZF verfolgen u.s.w.
Wenn UKW leise ist und zerrt kann auch eine verstimmte UKW ZF (u.A.Ratiofilter)
daran schuld sein.
MfG. Dietmar
HolgerHa
Hallo Schulle, Dietmar-Klaus,
| Zitat: |
| würde ich dir vorschlagen mal ein Oszillographen (Z.B. EO 174 ) anzuschaffen |
Wenn Du tiefer einsteigen willst, kannste das sicher tun und es ist eine gute Idee.
Um einen Potsdam zu reparieren brauchst Du sicher keinen Oszi - das Prinzip eines Superhets solltest Du aber verstanden haben (->
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Stell einfach ein zweites Radio (Kontrollempfänger) neben den Potsdam, auf MW, etwa 1400kHz einstellen und auf Empfang gehen.
Dann stellst Du am Potsdam ebenfalls MW ein und drehst langsam von 800kHz bis 1000kHz durch. Irgendwann (genau bei 932kHz) wirst Du am Kontrollempfänger eine Art Knacken hören - das Rauschen ist plötzlich weg und eventuell hörst Du am Kontrollempfänger sogar, wenn Du an den Potsdam klopfst.
Du empfängst dann den Oszillator vom Potsdam auf dem Kontrollempfänger.
Da die Frequenz des Oszillators um die ZF über der Empfangsfrequenz liegt, gilt:
Empfangsfrequenz + Zwischenfrequenz = Oszillatorfrequenz (die beziehen sich alle auf den Potsdam)
oder
932 + 468 = 1400
Die resultierenden 1400 empfängst Du auf dem Kontrollempfänger.
Probier das ruhig vorher mal aus - das geht mit jedem Radio.
Gehört für mich zur Kategorie "gewusst wie" und hat mir manchen "Hunni" erspart - erfolgreich repariert hab ich trotzdem.
Ein Scope an einen Schwingkreis so anzukoppeln, dass die Schwingung nicht aussetzt, ist nämlich auch nicht soo einfach - mit der vorgeschlagenen Methode musst Du Dir um solche Probleme keine Gedanken machen.
Ein Scope kannste immer noch anschaffen - wenn Dir etwas klarer ist, wie Radios überhaupt funktionieren.
Viel Erfolg
HH
PS
Ein zweites Radio kann Dir auch als Generator für ein ZF-Signal dienen - einfach an der Demodulatordiode einen Draht anschließen (mit 100pF zur Gleichspannungstrennung) und schon kannste den Patienten "mit ZF impfen"...
schulle
Hallo und vielen Dank an euch, Dietmar und Holger. Einen EO174 habe ich vor einigen Jahren zum Geburtstag von einem Freund bekommen.
Um ehrlich zu sein - meine Kenntnis vom Funktionieren eines Radios ist zwar schon theoretisch vorhanden, aber so richtig selbst repariert habe ich da noch nichts weiter. Ich weiß zwar, wie man einen defekten Verstärker wieder in Gang bringt, ausgeleierte Kassettenlaufwerke instand setzt - jedoch hab ich mich nie so intensiv mit der Funktion des Radios auseinandergesetzt wie jetzt. Aber man lernt ja nie aus. Und es gibt euch (und viele mehr hier im Forum!), die mir immer wieder weiterhelfen. Ich frage lieber nach, bevor ich anfange etwas versehentlich zu zerstören.
Das mit dem zweiten Radio ist mir auch schonmal vor einiger Zeit zufällig aufgefallen, aber damals habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht und deshalb keinen praktischen Nutzen gesehen. Habs ja auch noch nicht gebraucht.
Jedenfalls Holger, danke ich dir dafür, daß du das so gut erklärt hast.
Interesse an Röhrenradios hatte ich eigentlich schon immer - wie ihr wißt seit der Restauration meines "Diamant" 8E158 (das nun doch im Wohnzimmer stehen darf!

).
Das Potsdam stand seit 19 Jahren draußen in der Garage, sah nun elend aus. Und da es das Radio der Großeltern meiner Frau war soll es auch wieder leben - optisch ist es ja schon gelungen, schwarz lackiertes Holzgehäuse mit weißen Plastzierleisten. Leider ist links ein Stück der Skalenscheibe abgebrochen...
IOch hab wieder viel zu viel geschrieben, aber nun ist klar, daß ich "Hobbybastler" bin und noch viel lernen möchte....