primat
Hallo,
ich habe heute eine PA1203 kaufen können. Der Zustand ist sehr gut und alles Funktioniert. Die Haube sieht eigentlich auch noch sehr ansehnlich aus. Leider ist auf einer Seite die Buchse für die Steckverbindung zum Scharnier gebrochen. Ich denke schon darüber nach, wie ich das am besten repariere und bin für Tipps dankbar. Meine Frage ist aber: was wurde in das Scharnier am Dreher und in die Buchsen des Deckels gesteckt? Eine Metallplatte oder so ? Gibt es die noch irgendwo oder geeigneten Ersatz? Ein Foto würde mir sehr weiterhelfen.
Grüße
Purzel
Auch hallo
Ich verstehe deine Frage nicht ???
Wenn eine Seite komplett ist ,siehst Du es doch eindeutig !? Oder ?
Gruß Purzel
primat
Hallo,
von komplett kann leider keine Rede sein. Auf einer Seite ist nichts gebrochen. Ich hab mal Fotos gemacht:

Gebrochene Buchse

intakte Buchse

Gegenstück am Dreher

Das gesamte Prachtstück (ist in echt deutlich schärfer :-)
Also irgendwie fehlt das was zum Verbinden von Deckel und Dreher.
Grüße
ggrohmann
Hallo Primat!
Da fehlen die Winkel, die in die Scharniere eingesteckt werden. Den hat offenbar der Vorbesitzer entnommen, weil er ansonsten die ausgebrochene Haube nicht mehr drauflegen könnte.
GUIdo
Fischi
Hallo Primat,
Gratulation zu dem schönen Teil! Originalwinkel dürften schwierig zu beschaffen sein, da das Ausbrechen der Hauben Standartkrankheiten sind genau wie defekte Leiterbänder. Am besten ist es, welche aus straffem Stahlblech selber zu bauen. Maße kann ich ja bei Gelegenheit noch mal Posten.
Nur als Tip: schau Dir das Leiterband genau an! Auch wenn jetzt noch alles funktioniert - die meisten PA´s dieser Baureihe (PA 1205 und 2205 öfter) sterben oft an gebrochenen Leiterbändern. Die sind nun mind. 20 Jahre alt und brechen gern an gewissen Stellen. Ich erlebe es in letzter Zeit immer öfter, daß aufgearbeitete PA´s zurück kommen und als Fehlerbeschreibung entweder Ausfälle bei der Wiedergabe (weniger gefährlich) oder Aussetzen der Tonarmbewegung beschrieben werden. Die meisten unterschätzen das Problem und reagieren erst dann, wenn es zu spät ist. Es brennen meist die Transistorarrays durch. Das bedeutet viel Arbeit und kostet unnötig Geld.
Die Leiterbänder gibts zwar auch nicht geschenkt - doch wenn man seinen Plattenspieler noch paar Jahre nutzen möchte, ist dies eine sinnvolle Investition.
Eine Reparatur kostet meist viel Geld, da ja nicht jeder in der Lage ist, so ein Ding selbst zu reparieren. Und dann ist das Leiterband eh fällig. Beim Auto läßt man ja den Zahnriemen wechseln, bevor der Motor auseinander fliegt...
Sorry fürs Abschweifen,
Gruß Thomas.
Alexander
Hallo Primat
Ich hab mal schnell was zu Papier gebracht weil gerade bei mir so ein winkel rumlag.
Wenn Du etwas festeres Stahlblech verwendest, kannst Du IMHO auf die Sicken verzichten.
Aber wie Fischi schon geschrieben hat, Leiterband wechseln, denn ein sporadischer Defekt kann die Elektronik schwer beschädigen !
Gruß Alexander
minimaxx
Hallo Alexander,
| Zitat: |
| schnell was zu Papier gebracht |
ja nee, is klar.

Ich würde für sowas 'ne Stunde benötigen.
Müßte das Material ohne Sicken nicht dicker sein, weil sonst die Winkel in den Deckelhalterungen klappern?
Gruß
Peter
primat
Hallo,
vielen Dank für die Zahlreichen antworten. Vor allem Dank an Alexander für die perfekte Zeichnung. Die Sicke übersteigt zwar deutlich meine handwerklichen Fähigkeiten die Abmaße und Form sind aber sehr wertvoll. Das müsste ich auch hinbekommen.
Mit dem Flexkabel macht Ihr mir ja etwas Angst. Der Umgang mit dem Lötkolben bereitet mir keine Problem, aber wo bekommt man ein geeignetes Kabel her? Habe eben schon mal gesucht und nichts gefunden. Normale Käbelchen scheinen ja schnell zu steif zu sein.
Nochmal Danke und Grüße
primat
Hallo,
war wohl zu dumm zu suchen.
Danke und Grüße
Alexander
Hallo Peter
Könntest recht haben. Aber im Bereich der Halterung am Gehäuse sollte es nicht dicker ein, sonst passts nicht. Ich würde vorschlagen, auf der Seite zum Deckel einen 0,8mm dicken Kunststoffstreifen aufzukleben.
Gruß Alexander
PS: Das Flexband wird nur gesteckt, nicht eingelötet. Kabel o.ä. würden sich in den anderen Baugruppen verheddern, das gibt Bruch!!!
Thomas
| Zitat: |
Original von Alexander
PS: Das Flexband wird nur gesteckt, nicht eingelötet. |
Hallo Alex,
mit so Klemmen zum Umlegen oder nur gesteckt? Dann ist das ja (fast) von jedermann machbar.
Steffen
Hallo Thomas,
das Flexband wird gefalten und in sog. "Lyra-Klemmen" (wegen der Form so genannt) gesteckt. Dort herein kommt ein Plastestreifen, in der Kfz-Branche auch als "Keder" bezeichnet.
Anbei mal ein Bild, auf dem man dies -so hoffe ich zumindest- gut erkennen kann.
@Primat,
anbei auch ein Bild vom 1203 mit angestecktem Winkel.
CU
Steffen
Thomas
| Zitat: |
Original von Steffen
...
Anbei mal ein Bild, auf dem man dies -so hoffe ich zumindest- gut erkennen kann.
|
Hallo Steffen,
da bleibt nur eins: perfekt.
OT: Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar
KB100
Hallo zusammen,
seit gestern bin auch ich glücklicher Besitzer eines 1205. Die Schlitze in der Haube, die die Blechwinkel aufnehmen sollen, sehen bei meiner Haube exakt so aus, wie in den Fotos von primat weiter oben. Es wurde in diesem Thread der Vorschlag gemacht, einen 0,8 mm starken Plastestreifen darauf zu kleben.
Frage 1: Welcher Kleber ist hier der richtige? Ich nehme an, bei dem Material handelt es sich um Acryl.
Frage 2: Werden die Flexnänder tatsächlich so spröde, dass man sie prophylaktisch wechseln sollte? Ich will den Dreher richtig benutzen, nicht nur ins Regal stellen.
Frage 3: Erfreulicherweise funktioniert der PA tadellos. Das war aber nicht gleich so. Ich habe ihn mal einem Stresstest unterzogen und ihn eine LP mit 7 Titeln in umgekehreter Reihenfolge abspielen lassen. Also Titel 7 zuerst, Titel eins zuletzt. Das hat er alles getan und auch die Anzeigen im Display waren in Ordnung.
Aber: Er hat nicht in der Leerrille aufgesetz sondern schon im Titel. Dafür immer zwischen 30 und 40 Sekunden in den nächsten Titel hinein. Einmal habe ich vergessen die Zeit zu nehmen und habe deshalb dieselbe Prozedur mit der selben Plattenseite wiederholt. Und da passte plötzlich alles ganz genau. So ist es, auch bei anderen Platten bisher geblieben.
Frage 4: Ich habe eine alte Single aufgelegt, die 2 Titel auf einer Plattenseite hat. (Keine Amiga-Quartett). Da hat er nur einen Scan bis zur Leerrille zwischen beiden Titeln gemacht. Kann der PA bei 45er Platten nicht anders oder war der Zwischenraum zwischen beiden Titeln zu breit?
Das ist natürlich nur eine theroetische Betrachtung. Niemand wird auf die Idee kommen, eine Platte mit 2 Titeln zu programmieren. Ich möchte aber die Technik des PA 1205 weitestgegend verstehen.
Ich hoffe, es gibt jede Menge Experten, die meine Fragen erschöpfend beantworten können.
Noch eins: Da es ja das original verbaute Tesla-System nicht mehr gibt, beabsichtige ich, es mit JT 411 auszurüsten. In anderen Beiträgen habe ich schon gelesen, dass es eine Anpassung am Vorverstärker geben muss. In einem Beitrag hat Purzel geschrieben 47k / 220p in einem anderen aber 470-680p ohne Widerstandsangabe. Was sollst denn nun sein? Hierfür ist es vielleicht wichtig zu wissen, dass er an einen HMK-V 200 angeschlossen wird.
VG Klaus
Steffen
Hallo Klaus,
wenn Du an der Haube basteln willst, bitte die "Plastetaschen" nach vorn abstützen, nicht einfach blind verstärken. Als Kleber PS-Kleber verwenden und keinesfalls irgendwelchen Kontakt- oder Sekundenkleber.
Das Leiterband ist oft gerissen oder gebrochen. Bei Defekt an ungünstiger Stelle schießt Du die Transistoren im Array zur Ansteuerung des Linearmotors ab.
Titelerkennung: wenn sich das Gerät nun "eingelaufen" hat, vermute ich einfach mal Verschmutzungen an den Führungsschienen und Rollen des Tonarmschlittens. Daß mal eine Rille falsch interpretiert wird, kommt vor.
JT411: da wird nichts herumgebastelt oder angepaßt, das ist exakt passend und wurde ja damals für Tesla als 1:1-Nachfolger für die VMs als OEM-Produktion in Auftrag gegeben, deshalb existiert hierzu auch keinerlei Datenblatt. Änderungen machen sich ggf. erforderlich, wenn vorher ein MS25/27 verbaut war.
Steffen
Purzel
Hallo Steffen
Wenn man hinter dem Plattenspieler mit Loudness und Klangstellern agiert ,kann es sein ,daß man sich daß Klangbild schöndrehen kann.
Wenn das Signal unverfälscht an den Lautsprechern erscheint ,muß aber schon vor einen linearen Verstärker alles passen.
Die Toleranzen mancher Systeme machen es sogar erforderlich beide Kanäle unterschiedlich mit C,s zu shunten,damit es dann hintenraus passt.
Ich hatte die Tage gerade das "Vergnügen" so einen fast baugleichen 1203 für einen absoluten Klassikfan fürs Arbeitszimmer an Marantz Verstärker für seine Ohren brauchbar klingend zu machen.
10 verschiedene Glimmerkondensatorwerte habe ich steckbar getestet ,bis es paßte.
Die frequenbestimmenden Widerstände habe ich auf dem Entzerrer durch 1%Metallfilm ersetzt.
Folie- Cs GENAU und paarig ausgemessen.
Die Toleranzen bei den Kohlewiderständen lagen bei bis 20%
Der Aufwand hat sich hörbar gelohnt.
VG Jürgen
mmbu
Hallo und guten Abend, hallo Steffen !
Kannst Du vieleicht einen genauen Typ des Klebers nennen ? Vielleicht mit Foto ? Bei mir hat das Deckelproblem leider auch zugeschlagen.
Grüsse Matthias.
Grützi
Hallo,
ich habe die 2 Metallwinkel bei meinem PA1205 mit UHU Plus schnellfest eingeklebt. Hält schon paar Jahre.

Ist ein 2 Komponenten Kleber.
Allerdings waren bei meiner Haube noch alle Teile dran, die Haltelaschen waren nur stark angebrochen. Die Haube geht noch ab, weil man die Winkel direkt am PA raus ziehen kann.
LG Hartmut
Steffen
Hallo Jürgen,
bitte wirf jetzt nicht wieder alles durcheinander: es ging hier darum, ob beim JT gegenüber dem VM eine Änderung durchgeführt werden muß. Die Antwort ist NEIN. Daß man das Gerät allgemein durch Anpassungen verbessern kann, stand ja nicht zur Debatte, diese Änderungen würden auch beim VM zum gleichen Ergebnis führen.
Steffen
PS: keine Klebermarke. Jeder PS-Kleber geht.