Rema 2003 leise

minimaxx
Hallo,

ich bin gerade dabei, mich mit den Röhrengeräten von Rema zu versorgen. Jetzt habe ich einen 2003 (ohne Plattenspieler) bekommen, welcher einen seeeehr leisen Empfang (AM und FM) hat. Die NF-Stufe ist ok. Tastensatz wurde gereinigt.
Die EM84 leuchtet hell, ändert aber die Anzeige bei der Senderwahl nicht. Die Röhren sind ok.
Muß ich jetzt wieder alle Sahnekondis austauschen oder gibt es übliche Verdächtige?

Gruß
Peter
Dietmar-Klaus
Hallo peter

Hast du schon die Spannungen an den ZF Röhren überprüft.

Ich hatte mal einen Fall ,da war der Schirmgitterwiederstand der EF 89
hochohmig geworden,da spielte das Radio auch ganz leise auf allen Frequenzen.

MfG. Dietmar-Klaus
Purzel
Dietmar hat recht ,auch an der ECH die Spannungen messen .
So ein Gewaplastviech kann auch die Schirmgitterspannung der EF kurzschließen ,oder der Ratioelko hat Schluß.
gruß Purzel

PS :Gewaplast GENERELL raus ,die sind ALLE zu 100% defekt oder schon leitfähig (eigentlich schon ab Werk)
minimaxx
Hallo,

es geht weiter.
Die Spannungen an den Röhren sind überprüft und scheinen i.O. zu sein. Lediglich die g2 Spannung der EBF89 beträgt 40V statt der angegebenen 27V. Kondis sind bisher noch keine gewechselt, da die in der NF-Stufe ja auch noch funktionieren. Ich suche manchmal gern den richtigen Kandidaten. Augenzwinkern

Gruß
Peter
henner2203
Hallo Peter,

du kommst mit einem Röhrenradio nicht auf den grünen Zweig, wenn du nicht alle Papierkondensatoren wechselst. Ebenso müssen die Becherelkos überprüft werden. Ratioelko und Kathodenelko sind oftmals ausgetrocknet.

Bei einem Juwel II hatte ich gerade an der Fußpunktkopplung eines Bandfilters an Masse einen Widerstand mit Kappenfehler, da war AM und FM auch schwach.
Ebenso war ein Schwingkreiskondensator im letzten Bandfilter tot.

VG, Henning
HolgerHa
Hallo Mini,

ich hab den Plan vom REMA 2003 nicht, muss also bissel raten.
Im (ZF-)Anodenzweig liegt oft kein (kein großer) Widerstand.
So zeigt sich fehlende Emission nur am G2.
Wenn Du sicher sein willst, einfach mal die Anodenleitung auftrennen (an der Spannungszuführung, nicht an der Anode, wegen Schwingen) und Ia messen - da sollten ca. 10mA duchgehen.

Gruss
HH

PS die Daten der EBF89 findest Du (u.a.) Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar, das sind gute Anhaltswerte, auch wenn das Schaltbild mal nicht zur Hand ist

PPS
Ebenso hat natürlich Henner recht - es gibt noch 'ne ganze Menge Kandidaten aber zuerst sollten Spannungen und Ströme stimmen insofern ist Dein Weg völlig o.k.
Goofi
Zitat:
Original von HolgerHa
Wenn Du sicher sein willst, einfach mal die Anodenleitung auftrennen (an der Spannungszuführung, nicht an der Anode, wegen Schwingen) und Ia messen - da sollten ca. 10mA duchgehen..


Zu hoch gegriffen!

225V/2,7mA sind richtig. In der Anodenleitung liegt ein 4,7k.
HolgerHa
o.k. - ohne Schaltplan sei mir das verziehen ;-)
(hab ich darum extra drauf hingewiesen -> 10mA gilt nur bei kleinem Widerstand)
Aber dann muss er auch nicht auftrennen.
7mA * 4,7kOhm = 33V - die kann man mit'm Mutizet messen
Mal schaun' was Mini berichtet.

Gruss
HH
Goofi
Nicht 7, sondern 2,7mA.

Über dem 4,7kOhm sollen nach Schaltungsangaben 10V abfallen. Theoretisch müssten es 12..13V sein.
minimaxx
Hallo,

ich konnte mich heute mal wieder mit dem Rema beschäftigen. Zuerst wollte ich nochmal alle Spannungen messen um die Fragen zu beantworten und siehe da, alles wie im Schaltplan (Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar).
Da sich an der Funktion nichts geändert hatte, bin ich doch dazu übergegangen, die Kondensatoren zu wechseln. Dabei habe ich nach jedem einzelnen eine Funktionsprobe gemacht. Alles ohne Erfolg.
Beim Wechsel des Ratioelkos fiel mir ein schwarzer Widerstand auf (Im Bild mit den roten Punkten gekennzeichnet). Der mit dem einen Punkt war durch. nachdem ich ihn raus hatte, habe ich das Gerät nochmal eingeschaltet (nur mal so) und es funktionierte auf FM. geschockt
Also neuen Widerstand rein und eingeschaltet. Ergebnis, der brannte sofort wieder durch und es ist wieder leise. verwirrt Auch nach Auslöten ist der Zwischenerfolg nicht mehr reproduzierbar.
Erklären kann ich mir die ganze Sache nicht. Vielleicht jemand von der Röhrenfraktion?

Gruß
Peter
Dietmar-Klaus
Hallo minimaxx

Ich tippe auf eine Widungsbrücke zwischen den Primär- und Sekundärspulen vom Ratiofilter.
Wenn du dir das Schaltbild anschaust,geht über die Primärwicklung die Spannung zur Anode der EBF 89 . Ist nun eine Verbindung zur Sekundärwicklung
durch einen Isolationsschaden am Draht entstanden ,fließt die Spannung über die Widerstände ,sie brennen dann durch,bzw. werden schwarz.

MfG. Dietmar-Klaus
Frank Hennebach
Hallo,

der 2003 hat doch schon die flachen Einheits-Filterbecher für Leiterplatten drinn . Diese haben innen einen hochkant stehenden Pertinaxstreifen auf dem die Anschluß-Pins festgegrimpt sind . Ich hatte da schon sehr oft zwischen den Anschlüssen Brandstellen - das war dann meist richtig verkohlt !!! Und genau durch so ne Brandstelle hat man Primär-Sekundär-Schluß und die Wieds brennen ab . Deshalb Peter, löte mal das Ratio-Filter raus und gucke Dir genau die Anschlüsse an ! Ich habe das schon mehrmals bei Capri's , G 6010/11 und im 2072-er REMA in verschiedenen ZF - Filtern gehabt . Beheben kann man das Problem ganz einfach mit der Laubsäge : Einfach einen Schnitt durch die verkohlte Stelle und ein klein wenig weiter zwischen den Pins ein- gesägt und das Filter ist wieder brauchbar ! Hab ich immer so gemacht und gab nie wieder Probleme - Luft ist der beste Isolator Zunge raus
Entstehen tun die Brandstellen warscheinlich durch Betreiben der Radios bei hoher Luftfeuchtigkeit . Da "bruzelt" sich die Anodenspannung langsam und systematisch durch großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen !
Gleiches Problem gibt es auch oft auf Schaltschiebern und Lötösenleisten aus Pertinax böse ! Und Peter , schmeiß unbedingt ALLE Schlagsahne-Papierkondis raus - erst dann geht Dein Kistli dauerhaft mit voller Leistung Zunge raus ! Sonst macht doch Röhrensound keinen Spaß ,wenn immer alles vom Arbeitspunkt wegläuft - je nach Betriebstemperatur ...

Beste Grüße
Frank
HolgerHa
Hallo Mini,
erstmal "Hut ab" vor Deiner Hartnäckigkeit!
Immerhin bist Du schon ganz dicht dran.
Wenn der Widerstand wegbrannte, muss ja "eine gewisse Spannung" angelegen haben - sicher aus eben dem Grund, den Frank nennt.
(Das bissel Gleichrichterstrom lässt doch keinen Widerstand schwarz werden, da muß mehr im Spiel sein.)
Das heisst aber auch, daß zumindest an einem Ende des verbrannten Widerstandes eine ordentliche Spannung meßbar sein mußte.
Das spricht sehr für Franks Diagnose - da ist langsam ein Kriechstrom entstanden, der die Dioden noch nicht überlastet hat - den Widerstand aber schon.
Dann hast Du den neuen Widerstand eingebaut - warum hast Du gehofft, daß damit Dein Problem gelöst sein könnte verwirrt

Jetzt, wo also der Strom gleich in voller Höhe anlag, sind sicher auch die Dioden mit weggeraucht.
Wenn Du vor dem Ersetzen des Widerstandes gemessen hättest, könnten sie jetzt noch leben Augenzwinkern

Ich wiederhole es gern und oft: erst messen, dann analysieren und dann handeln Zunge raus
(Ich weiss daß ich ein Besserwisser bin ...)

Nun würde ich mal die empfohlene Sichtkontrolle machen - parallel dazu auch die Spannungen an den Stellen kontrollieren, die mit dem verbrannten Widerstand in Verbindung standen.
(Auch ein Windungsschluß ist natürlich nicht auszuschließen - allerdings wören dann wohl auch die Dioden mit hinüber. Daß sie noch lebten, schließe ich daraus, daß Du ja nochmal kurzzeitig was gehört hast. Über Klirrfaktor hast Du ja nichts geschrieben; war sicher recht verzerrt...)
Jedenfalls: An der Seite des Ratiofilters, wo Dioden und Elko hängen, darf sich keine Spannung messen lassen, die größer als vielleicht 5V ist.

Gruss
HH
Purzel
Hallo Peter
2OA646 Paare gibt es bei mir, das Ratiofilter auch fröhlich
Grüße Purzel
minimaxx
Hallo,

Eure Hinweise haben mich neugierig gemacht. Das Ergebnis meiner Forschungen ist in den Bilder zu sehen. Der Ratiofilter (wenn das der ist, wo 10,7 MHz Bf.4 draufsteht) war schonmal in Bearbeitung. Man sieht deutlich die Kratzspuren zwischen den Anschlüssen. Damit sollten die Überschläge aus Franks Beitrag beseitigt werden. Hat scheinbar nicht viel geholfen, denn zwischen Primär- und Sekundärspule habe ich 2KOhm gemessen. unglücklich Dietmar hat es beschrieben.
Auf der zweiten Platine ist dann noch ein verkohlter 220 Ohm Widerling zu sehen. Die Dioden sind beide hin.
Also werde ich bei Gelegenheit mal zu Purzel fahren. (Du kannst die Teile schonmal bereit legen, meine Dicke braucht Auslauf großes Grinsen )
Solange kommt der Rema in meine "Mistecke"

Gruß
Peter
moritz
Hallo Minimaxx,

Da wo gekratzt wurde, ist sicherlich das Pertinax verbrannt und ergiebt eine Prima Brücke,trotz der Kratzung.
Moritz.
Frank Hennebach
Hallo Moritz ,

deshalb hatte ich ja auch geschrieben , man muß zwischen den Beinen mit der Laubsäge einsägen ! Wenn Luft dazwischen ist , kann nix mehr schmoren oder durchschlagen ! Das ist am Ende sicherer als ein anderes gebrauchtes Filter einzubauen . Die Vorgeschichte bzw. Lagerung des Teilespenders kennt ja meist auch keiner , wenn einmal feucht , dann nach kurzer Zeit wieder stinki-schmori und furzfurz großes Grinsen . Hab ich alles schon erlebt ...

Gruß Frank
snzgl
Seit dem mein 2003 in "Guten Händen" war, funktioniert er immer noch einwandfreu. Bei meinem war es ja so, daß er auch nur noch leise wiedergegeben hat, der Hauptfehler lag da im NF-Zweig, denn über die TB-Buchse konnten noch Bandaufnahmen gemacht werden. Nach einer ausgiebigen Kondensatorkur und noch so kleinen notwendigen Arbeiten erfreut er mich jeden Morgen beim Nachrichten hören mit seinem schönen Röhrenklang.
minimaxx
Hallo,

ich möchte mitteilen, der REMA spielt wieder, dank Purzels Filtern und Euren Hinweisen smile
Da an den eingebauten Teilen schonmal 'gearbeitet' worden ist, war da nicht mehr viel Material zum Sägen übrig. Also den Weg des geringsten Widerstandes und die beiden Filter komplett getauscht, beide 1K Widerstände ersetzt und gut war,

@HolgerHa
Der Austausch der durchgebrannten Widerstände hatte seine Ursache in einem Denkfehler: Wenn die durch sind, kann es ja nicht gehen Also wechseln und dann messen. rotes Gesicht Das war wieder eine lehrreiche Erfahrung.

Danke an alle für die Hilfe.


Gruß
Peter