BG 19 lohnt sich das?

thommi
Ahoi,

ich war heute auffem weg zu nem Kurs, da sah ich beim "Technic - trader" - ich nenne ihn immer den Knast Hehler, weil der echt so übel aussieht und riecht das man denkt Tegel Haus 4, ausgebrochen.
Aber er hat geile Schätze da rumfliegen, Revox, E-Gitarren, halt alles was irgendwie krach machen kann.

Da hat der nen BG 19 in seiner Kramecke zu liegen, leider war wg Krankheit zu.

Lohnt sich das so ein Gerätchen zu kaufen, wenn ja für wieviel?
Es ist mehr das interesse wg. dem ungewöhlichen Design und so.

Ansonsten bevorzuge ich doch eher Studer, Akai und Co. da ich Tape und wenn dann nur High end für meine Radiosendung nutze.

Ich hab auch noch das BG 20 aber das sieht schon so nach normalem TB aus und läuft auch nciht mehr richtig, überlege ob ich es weggebe. steht im weg.

thommi
snzgl
Das BG19 war das erste industriemäßig gefertigte Heimtonbandgerät in der DDR. Es wurde ab etwa 1952 produziert. Wenn man es ernsthaft benutzen will, braucht man auch ein passendes Radio dazu. Dieses muß dann unter anderem einen hochohmigen Lautsprecheranschluß haben um es als Aufnahmeverstärker nutzen zu können, denn das BG19 braucht eine Tonspannung von etwa 25 bis 30V. Laufen tut es mit 19.05 cm/s und max. Spulengröße 22cm. Die Schichtlage ist gegenüber moderneren Geräte außen. Der Frequenzgang ist in etwa (genau, müßte ich jetzt nachlesen) 50 bis 7500 Hz. Das Gerät arbeitet in Halbspur-Mono. Bestückt ist es mit zwei Röhren EF12(k). Zur Aufnahmekontrolle dient nur eine Glimmlampe, die bei zu hoher Aussteuerung (einstellen am Lautstärkeregler des Radios, Verstärkers) aufleuchtet.

Also, ein sammelswürdiges Stück ist es auf jeden Fall, auch wenn nicht unbedingt alltagstauglich. Es kommt auch auf den äußeren Zustand und Vollständigkeit an.

Achja, noch vergessen. Das Gerät hat keinen eigenen Löschkopf. Entweder muß das gesamte Band mit einer sogenannten Handlöschdrossel gelöscht werden oder man steckt einen kleinen Permanentmagneten auf den Hebel des linken Bandspanners. Aber durch das Gleichfeld des Dauermagneten, den man beim Rücklauf und der Wiedergabe natürlich entfernen sollte, werden die Nebengeräusche nicht gerade weniger. Das Gerät hat aber schon eine Hochfrequenzvormagnetisierung. Vergißt man den Betriebsartenschalter nach dem Ende der Aufnahme wieder in Wiedergabestellung zu bringen und läßt das Band zurückspulen, wird das HF-Signal aufgezeichnet und ist dann bei der Wiedergabe als Pfeifton hörbar das das Band ja nun viel langsamer läuft als beim Rücklauf.