Röhren-Kopfhörerverstärker

greg
Netztrafo Röhre Anschlußbelegung

Hallo und guten Morgen,

für meinen Kopfhöhrerverstärker bin ich dabei, das Netzteil zu bauen.

Also habe ich den Trafo samt angeschlossener EZ80 dem Potsdam-Chassis entrissen.
Schnell noch ein paar neue Sicherungshalter drangeschraubt, die Kabel für Netzspannung dran gelötet und . . . . denkste, nichts kommt aus dem Trafo, keine 6,3 VHeizstrom und auch keinen 2 x 250V~

Nun hatte ich das Problem, daß an der Versorgungs-Spannungs-Einstellscheibe schon zwei oder drei Kabel nicht mehr angeschlossen ware, da sich die Lötösen abkorrediert hatten traurig

Ich habe aber vor dem Ausbau versucht, die Belegung der Kontaktscheibe zu rekonstruieren und dann die Kabel direkt gelötete.
Aber vielleicht habe ich hier einen Fehler gemacht! rotes Gesicht

Die Belegung der Abgangsseite bereitet keine Probleme, da ich die
- Heizspannung
- 2 x 250 Volt und Masse
anhand des Röhrensockels der EZ80 ermitteln konnte.

Mein Problem liegt nun vemutlich an der Primärseite/Eingansseite des Trafos.
An der Eingangsspannungswahlscheibe liegen (lagen) 6 Strippen an. Zwei davon sind Doppelleitungen in einer Tülle - also vermutlich Anzapfungen, die ich erst mal wieder zusammengelötet habe.
An der Farbe der Tülen ist nichts mehr zu erkennen, irgendwie kann man nur hell und dunkel und auch ein paar wage Streifen auf den Kabeln/Tüllen erkennen.

Der Trafo hat die Bezeichnung:

NT 782c Typ M85

Leider sind auch keine Windungszahlen oder dergleichen aufgedruckt.

Kann man anhand der Lager der Anschlüsse auf die notwendige 220-volt Beschaltung schließen


gruß greg verwirrt
kampfruderer
Hi Gregor,

da ein Trafo ja auch "andersrum" funktioniert:
An eine Sekundärwicklung eine bekannte Spannung einspeisen und an den Primärwicklungsteilen messen.
Das Übersetzungsverhältnis weißt du ja ... (230V -> 6,3 bzw 250V)
Am besten 6...12V - wenn du hast natürlich 25V (einfache rechnung!) an die 250V-Wicklung (eine Hälfte) anlegen, dann kannst du die Primärwicklungen gefahrlos ausmessen :-)

Gruß
Christian

kleine Abweichungen ergeben sich natürlich, aber anhand der Größenordnungen der gemessenen Spannungen siehst du bestimmt sofort, wie alles zusammenpaßt.
greg
Hallo,
danke für den Tip Christian. Da muß erst mal nach einem Wechselspannungsnetzteil suchen oder was zusammenbasteln. Mach ich heute Abend.


Auf die Schnelle habe ich festgestellt, daß je drei von den primären Anschlüssen zusammengehören.

Die Widerstände sind dazwischen wie folgt:

(1)---- 13,4 ohm ----O2O---- 2,2 ohm ----(3)

und

(4)--- 12,2 ohm ----O5O---- 2,2 ohm ----(6)


Die Zahlen 1 bis 6 kennzeichen die primären Anschlüsse.
Die Anzapfungen O2O und O3O habe ich wie gesagt jeweils wieder zusammengelötet.
Dazwischen stehen die gemessenen Widerstandwerte.

Test 1:
Wenn ich primärseitig 3 und 4 verbinde und Netzspannung (bei uns rund 230 Volt) an 1 und 6 lege bekomme ich
sekundär 6,4~ Volt Heizspannung und 2 x 270~ Volt.
Das macht dann nach der EZ80 am Elko 377 Volt. ( ist das nicht ein bisschen zu viel?)
Messungen alle mit gesteckter EZ80 und Elko an der Katode.


Weitere Test mit anderen primären Anschlußkompination brachten nur mehrere kaputte Sicherungen ein! rotes Gesicht

(ach so: das Netzteil ist llaut Netzspannungswählscheibe für 110, 127, 220 und 240 Volt Netzspannung ausgelegt)


gruß greg
moritz
Hallo Greg!
Ich denke das die Belegung so wie Du es beschrieben hast die richtige ist.
Die Ausgangsspannung am Heizungsausgang ist doch mit 6,4 V ok.
Belaste doch mal die Anodenspannung mit 40-50 mA ....du hast ja mit 377V die Leerlaufspannung gemessen.
Wenn noch die 2. Heizwicklung belastet wird,denk ich das die Ua´s noch bissel sinken.
Ich schalte bei meinen Rö-Radios die Trafos immer auf 240V weil bei uns ca. 234V am Netz zu messen sind.
PS. wenn ich mal fragen darf,was baust Du für einen Kopfhörer Amp??
Grüsse aus Weimar!!
greg
Hallo Moritz,
wie im anderen Treade schon diskutiert, werde ich erst mal eine ganz einfache Schaltung mit einer ECC83 machen.

hier der Link dazu:
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Ich habe zwar schon ab und an an defekten Röhrenradios gebastelt, aber komplett selber mit Röhre noch nichts gebaut.
So fang ich erst mal klein an, auch wenn es zur der Variante mit einer ECC83 sehr gegenteilige Meinungen gibt. Augenzwinkern

Link zum anderen Treade:
Link nur für registrierte Mitglieder sichtbar


gruß greg
moritz
Nabend Greg!
Da hast Du dir ja ein "dicken"Trafo für das kleine Röhrchen rausgesucht smile
Ist aber ein schönes NT mit der EZ 80 und auch für folgende Versuche geeignet.
Ich hatte bei jogie mal ne Schaltung mit je 2 EL95 pro Kanal für nen AKG-KOHÖ gefunden da wollt ich bei Gelegenheit mal ran da ich selbigen KOHÖ habe.
Nur die Zeit fehlt . traurig
Wünsche auf jeden Fall mal viel Erfolg beim Löten!
Kannst ja mal Erfolgsberichte schreiben!
LG.Moritz!
greg
Hallo und guten Abend,
mein zweilampiger Weihnachtsbaum leuchtet schon smile .

und nachdem ich erst mal nur ein System beschaltet habe, funktioniert diese sogar - ich werde gleich noch das zweite System beschalten . . . . . Zunge raus


Eine Sache konnte ich selbständig noch nicht lösen:
Die Frage bezieht sich auf die Größe des Siebwiderstandes zwischen Lade- und Sieb-Elko. Den habe ich jetzt so eingestellt, daß meine Anodenspannung an der ECC83 bei ca. 240 Volt liegt (soll allerdings noch auf 250 Volt eingestellt werden) . Allerding ist der Siebwiderstand jetzt ca. 25 kOhm groß. verwirrt ich weiß nicht, ob das ein sinnvoller Wert ist
Ist es nun sinnvoll den Siebwiderstand wieder kleiner zu machen, was aber Ub wieder größer werden läßt!
und dann müßte ich aber wieder vor der Anode der ECC85 noch einen Anodenwiderstand setzten, um die Spannung wieder auf 250 Volt runter zu bekommen.
Wie soll ich es richtig machen?

Unter Last liegen am Gleichspannungsausgang der EZ80 (ist gleich am Lade-Elko 50µF) jetzt ca. 345 Volt an. Siebwiderstand 25kOhm. Annodenspannung ECC85 = 240 ohm




gruß greg
kampfruderer
Hallo Gregor,

du hast das richtig gemacht: wenn du meine Zeichnung per Mail bekommen hast und alles genau so aufgebaut hast, dann ist über den Wert des Siebwiderstandes an der Anode der ECC85 250V einzustellen.
-> in diesem Fall fließen im Stereobetrieb (beide Systeme) 20mA über den Widerstand, er wird also entsprechend groß sein, um die überschüssige Spannung zu "vernichten".
Größe ist auch von Vorteil: Je größer der Widerstand, desto besser wird der Brumm rausgesiebt (bei gegebener Elkokapazität).

Gruß & Gratulation zum erfolgreichen Nachbau

Christian
Goofi
Da kann was nicht stimmen:

U=I*R=20mA*25kOhm=500V verwirrt

2,5kOhm (50V Spannungsabfall) kommen eher hin...
greg
Hallo Christian,
ja, ich habe nach Deinem Plan gebaut.
Das zweite System ist auch dran - es funktioniert alles!!!! smile Augenzwinkern

Nur die Lautstärkereglung habe ich noch nicht eingebaut.

Und die Widerstandkombi von Ub auf das Gitter (2,2Mohm + 510 kOHm) habe ich provisorisch erst mal mit einem einzelnen 2,7Mohm gemacht und den Kondensator zur Brummunterdrückung weggelassen - derzeit brummt nichts!

Oben hatte ich mich vermehrt. Der Siebwiderstand war nicht 25 kohm sondern nur nur 10015 ohm groß. Ich hätte vorher doch mal am Widerstand messe und nicht auf den Aufdruck vertrauen sollen.

So hat sich die Annodenspannung an der ECC85 unter Last mit beiden Systemen und 6 kOhm Siebwiderstand auf 220 Volt eingepegelt.
So muß ich den Siebwiderstand noch ein bisschen kleiner machen, um auf die 250 Volt Anodenspannung zu kommen!
Unter welchen Bedingungen muß an der ECC85 (edit, ich meine natürlich die ECC85 und nicht wie erst geschrieben die ECC83) messen?
Ich muß doch sicher auch noch die Gittervorspannung (Gitter gegen Kathode ist derzeit 0,4V) und den Ruhestrom (Arbeitspunkt oder so ähnlich) über den Kathodenwiderstand . . . . messen.
Das werde ich gleich mal tun!
Wie groß müssen die Werte sein?
Aber ich glaube, da muß ich erst mal noch ein anderes Volt-Meter rausholen - mein Digitale ist nur ein Schätzeisen, da es die Meßobjekte zu sehr belastet.

Und noch eine Frage:
Die ECC85 hat einen Anschluß "S". Ist das eine Schirmung oder was bedeutet das "S". Muß ich "S" auch auf Masse legen?

gruß geg
- der gerade wieder mal die "Brothers in Arms" hört - diesmal mit selbst gebautem Röhren-KHV.
Goofi
Zitat:
Original von greg
mein Digitale ist nur ein Schätzeisen, da es die Meßobjekte zu sehr belastet.


Die ECC85 hat einen Anschluß "S". Ist das eine Schirmung oder was bedeutet das "S". Muß ich "S" auch auf Masse legen?


Die digitalen sind i. A. recht hochohmig und belasten daher wenig.

Schirmung ist richtig. Die ist für NF eher uninteressant, aber auf Masse gut aufgehoben.

Bekanntlich ist die ECC85 ja eigentlich für UKW-Tuner gedacht.

Der Arbeitspunkt ist beim Kathodenfolger ähnlich wie bei der Kollektorschaltung recht unkritisch. Die max. Ausgangswechselspannung, die hier auftritt, entspricht der Eingangsspannung. Daher reicht eine geringe Gleichspannung (Größenordnung 10..20V entspricht knapp 5..10 mA Anodenstrom) an der Kathode für einen verzerrungsarmen Betrieb aus.

Angenehmer Nebeneffekt: Auch bei Kurzschluss des Koppel-C im Fehlerfall kann es keine gefährlichen Spannungen am Kopfhörer geben.
Purzel
Na dann Glückwunsch smile Gregor !
Den Schirm zwischen den System bitte auf Masse legen .Obwohl ,kritisch ist das nicht ohne,da die Anoden Signalmäßig auf Null liegen über den Netzteilelko auf AC mäßig auf Masse .
Berechnung des Siebwiderstandes zur Spannungseinstellung ist schwierig ,da auch die Rohspannung am Lade C bei Verkleinerung mit abfällt ....
Ich würde 4,7 K 5 W Draht nehmen ,u.gut iss smile
Gruß Purzel

@ Goofi
Warum ist eine innere Schirmung bei NF nicht relevant ?
Nur hier in Anodenbasisschaltung hast Du recht .
In Katodenbasisschaltung sieht die Sache anders aus ,deshalb hat man spezielle NF-Röhren mit Schirm entwickelt : ECC808,6N2P,und EF 86 als Pentode z.B.
kampfruderer
Hallo Gregor,

wenn's mit dem einzelnen 2,7M - Widerstand funktioniert, mußt du auch nichts ändern. Die Geschichte mit der zusätzlichen Siebung am aufgeteilten Widerstand war nur eine Vorsiichtsmaßnahme, falls es brummt.
Für ECC83 ist die Schaltung nicht ausgelegt: Die hat komplett andere Werte und eine andere Sockelbeschaltng. Sie wird auch nicht so gut funktionieren wie die ECC85.
Zum Schirm hat Jürgen alles gesagt: anschließen schadet nicht, bringt aber auch im Falle dieser Schaltung nix.

@Goofi: Die Steilheit der Triode und damit ihr Ausgangswiderstand ist stark vom Anodenstrom abhängig. Deshalb kommt es sehr wohl das Erreichen eines exakten Anodenstroms, in diesem Fall 10mA, an. Unterschreieten des Wertes vergrößert den Ausgangswiderstand und Überschreiten die maximale Anodenverlustleistung (in diesem Fall 2,3W pro System, 2,5W sind zulässig)
Schau mal eine beliebige UKW-Tuner-Schaltung an: da wird aus dem Grunde mit max. Anodenstrom "gefahren".
ECC85 habe ich deshalb vorgeschlagen, weil sie eine hohe Steilheit und damit als Kathodenfolger eine niedrige Ausgangsimpedanz bietet. Als Alternativen bot ich Berechnung für PC86 und PC88 an - alles Röhren, die gängig sind und eine hohe Steilheit haben. Auf nichts anderes kommt es bei dieser Schaltung an.

Gruß
Christian
greg
Hallo,

ich hatte mich oben vertippt - natürlich war die Frage zum Nachmessen an der ECC85 dedacht - ich habs in Klammern noch mal geändert.
Ich habe ja auch die ECC85 verbaut.


An diese Stelle auch noch mal Dank an Christian "Kampfruderer" für die Berechnung des Schaltplanes und alle, die mir mit Tips und Rat beigestanden haben!
An sich war es bis jetzt ein recht einfaches Projekt. Das schmeckt nach mehr Röhrenlöterei! Augenzwinkern

Nun noch mal eine Frage:
Wie messe ich den Anodenstrom am vernünftigsten?

Es macht ja sicher keinen Sinn, die Zuleitung zur Anode aufzutrennen und ein Amperemeter dazwischen zu hängen. Einen Anodenwideratstand habe ich nicht, wo man über den Spannungsabfall rechnen könnte.
Kann ich das aber am Kathodenwiderstand machen?

edit:
Ich habe mal gesucht und gefunden,
daß man auch einen 1ohm-Widerstand einlöten kann und dann mit Voltmeter gleich 1:1 die Stromstärke hat


gruß greg
kampfruderer
Hi Gregor,

Du liegst richtig:
-> Spannungsabfall am Kathodenwiderstand messen, das ergibt bei einer Triode den Anodenstrom (bei einer Pentode kommt der Schirmgitterstrom dazu!)

Funzt auch in Transistorstufen (auch wenn man da in diesem Fall den Basisstrom mitmißt).
Das ist besonders komfortabel, wenn man "mal eben" in einem Gerät einen Arbeitspunkt kontrollieren möchte. Zusammen mit den Spannungen der einzelnen Elektroden zueinander bekommt man sofort ein Bild davon, ob die Stufe richtig arbeitet smile

Gruß
Christian
greg
Hallo,
so, ich habe mal schnell den Spannungabfall von rund 21 Volt an beiden Kathodenwiderständen gemessen. Das wären dann nach
I= U / R rund 0,01 Ampere

Ich dacht erst, daß ist zu wenig!?

aber

Im Tabellenanhang der Röhren aus dem Schubert habe ich gelesen, daß die ECC85 mit einem Anodenstrom von 10 mA angegeben ist!

Ich glaube Christian, daß hast Du perfekt ausgerechnet.

gruß greg
greg
Hallo ,
so, dann will ich noch mal die Gittervorspannung überprüfen.

Muß ich die vom Gitter gegen Masse
oder vom Gitter gegen Kathode messen?

Bei letzterer Variante bin ich bei -1,2 Volt (Minus). Liegt das auch im grünen Bereich, da in der Röhrentabelle -2,3V angegeben sind?


gruß greg
greg
Hallo,
durch Reduzierung des Siebwiderstandes auf 3,3kOHm konnte ich die Annodenspannung auf 251 Volt einstellen! smile

Jetzt stimmt alles.
Die Lautstärke ist genau richtig. Und der Klang ist . . . . einfach Spitze - klar doch ohne irgendwelche Klangverfälschungsmaßnahmen! Ich habe nicht mal ein Poti zur Lautstärkeregulierung eingebaut (mach ich aber noch, wenn ich eins gefunden habe) - alles minimalistisch sozusagen. Aber völlig ausreichend.

Ich kann jedem empfehlen den kleinen KHV-Verstärker mal nachzubauen. Ohne Bauteilesuche ist das ganze in einer Stunde zusammengelötet.
Das ganze ist mit zwei Röhren (die EZ80 mit eingerechnet) aus jedem schrottigen Röhrenradio machbar - und funktioniert!!!


Jetzt muß das ganze noch in ein Gehäuse packen.
Doch da brauche ich wohl eine kleineren Trafo - doch den finde ich nun wieder nicht in einem Röhrenradio - die Trafos dort sind alle zu groß


gruß greg
Goofi
Der vom Ilmenau wäre ideal (EJ 66/22). Aber bitte keinen schlachten deswegen. geschockt
greg
Hallo Goofi,
ich schlachte keine Geräte, die noch zu retten sind! Da kannst Du Dir sicher sein.
Ich weiß nicht einmal, wie das Ilmenau aussieht!

Wer eine Trafo vom Ilmenau über hat, bitte melden!


gruß greg