Sachsenwerk Olympia 381 W

Frank Hennebach
Hallo,

habe hier von einem Kunden einen alten Sachsenwerk Olympia 381 W - wohl aus den 1930-er Jahren - auf dem Tisch . Das Gerät war schon teilrestauriert und spielt auch auf allen 3 AM-Bereichen einwandfrei und lautstark . Das Einzige , womit ich noch "kämpfe" ist das magische Auge AM 2 - dieses leuchtet nur halbmondartig hellgrün vor sich hin ... verwirrt . Ich bringe die AM 2 (Röhre ist neu und eine andere macht genau dasselbe) einfach nicht zum ausschlagen bei anliegender hoher Feldstärke (Generator) . Stattdessen wird es beim hineindrehen des Senders ganz kurz wie dunkel getastet . Beide Anoden-Spannungen 235 V und 58 V an der Leuchtschirmanode laut Schaltbild sind da . Alle Widerstände habe ich geprüft - alles i.O. Der Gitterkondi ist auch i.O. - komischerweise kommt dort auch so gut wie nichts an Spannung , die NF kommt aber lautstark, und das Gitter wird direkt da abgezweigt - das kann doch net sein ? An dem anderen Gitter der AM 2 ist noch ein Spannungsteiler mit Einstellregler an der Geräterückseite beschaltet . Mit diesem soll man laut Anleitung die Empfindlichkeit bei schwachen Sendern einstellen können - die AM 2 wird aber nur hell und dunkel (von ganz hell bis ganz aus) bei gleichem Ausschlag des Abstimmkreuzes . Die Widerstände sind alle OK. So richtig weis ich hier net weiter . Hat da noch jemand ne Idee?
Danke Euch für Hinweise !

Beste Grüße
Frank
andy62
Hallo Frank,
lt. Datennblatt muß das Steuergitter der Triode eine negativ gerichtete Spannung und das Gitter des Leuchtsystems eine positiv gerichtete Spannung erhalten , um den Leuchtwinkel zu ändern. Die Spannungsänderung am Leuchtsystemgitter muß sich zwischen -6V bis +3V zur Änderung des Öffnungswinkels von 5° auf 160° bewegen. Das bei einer Anodenspannung von 250V.
Das PDF ist leider 220kB groß. Sonst hätte ich es hier eingestellt.
Grüße,
Andy
Frank Hennebach
Hallo Andy ,

danke Dir erstmal für das raussuchen der Daten . Das Problem ist die zu geringe Spannungsänderung am Leuchtschirm-Gitter - bei Rauschen habe ich da - 0,85 V dran und bei starkem Sender maximal - 1 V und das ist mir zu wenig ... Habe gerade auf der Kiste mit einer Messstrippe als Antenne volles Rohr im 31m-Band Radio Rumänien empfangen - sehr lautstark und in deusch fröhlich ! Da hat die AM 2 sogar etwa 1mm (Gitterspannung 1,05 V) ausgeschlagen .
Was die da mit dem Spannungsteiler und dem Regler an dem anderen Gitter machen , ist mir (noch) nicht so ganz klar ...

Danke und viele Grüße
Frank
IngoR
Hallo Frank,
ich schicke dir zu dem Radio mal was per Mail.
Das hört sich für mich so an, als ob 2 Anschlüsse an der AM2 vertauscht sind...
Viele Grüße
Ingo
Frank Hennebach
Hallo Ingo ,

danke Dir für die Unterlagen . Nee, vertauscht ist oder war da nix , habsch alles geprüft .

Hab ihn , den Fehler :

Der Mops lag in der ZF-Stufe davor mit der AF 3 - diese hatte klopfempfindliche Aussetzer - nach mehrmaligen Klopfen ging das Gerät plötzlich 3x lauter . Am Sockel unten an der Röhre selber waren einige Drähte locker - alles blank geputzt und nachgelötet , jetzt geht die Kiste nochmal so laut und die AM 2 schlägt ganz gut aus . Jetzt habe ich bei starkem Sender -2,2 V am Gitter , das sieht schon besser aus . Aber , Du , die Kiste geht wie sau ... etliche KW-Sender plärren hier rein - ne wahre Freude ! Auch klanglich bin ich erstaunt - hätte nicht vermutet, daß das Radio so gut geht Zunge raus
und da sind alles die alten Kondis noch drin - ich sollte so viel wie möglich original lassen . Da sind fast alles eckige Kondis mit weißer harter Vergußmasse verbaut - habe mal einige gemessen - nur wenig Toleranz und kein durchschlagen / prasseln und nix ! Da war das spätere Teer-Gelumpe doch der letzte Müll und dann noch die Schlagsahne - Gewaplast , die haben den Vogel abgeschossen traurig traurig traurig !

Danke Euch und viele Grüße
Frank